Gedanken zur Jahreslosung - Schoenstatt Maennerliga

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Gedanken von Herrn Robertz zur neuen Jahreslosung
 
Liebe Männer,ein umfangreiches Thema liegt in diesem Jubiläumsjahr vor uns. Dass wir Männer, die wir nur eine kleine Gruppe innerhalb der Gemeinschaften Schönstatts bilden, einen Neuaufbruch brauchen, ist ganz offensichtlich. Neuaufbruch bedeutet immer zweierlei: zum einen braucht jede Gemeinschaft Nachwuchs, zum andern beinhaltet ein Neuaufbruch vor allem aber auch Rückbesinnung, das bedeutet ein erneutes und beständiges Sich-Vertiefen in das Liebesbündnis. Nur aus dem Liebesbündnis schöpfen wir die Kraft, um unsere Aufgabe, nämlich unsere Sendung zu den Menschen, unser Apostolat, zu erfüllen. Denn nur dann können andere auf uns und unsere Gemeinschaft aufmerksam werden. Das Liebesbündnis ist ja ein freier gegenseitiger Wahl- und Verschenkungsakt. Papst Benedikt hat, als er noch Kardinal der Glaubenskongregation war, gesagt: „Das Liebesbündnis, das Sie in der Nachfolge von Pater Kentenich schließen, ist gar nichts anderes als das Persönlich-Werden des großen Bundesgeschehens der Heilsgeschichte, ... dieses Bundes, in den nun jeder selbst hineingeht, so dass er auch sein Bund wird.“ Mit dem Liebesbündnis schließen wir also durch die Gottesmutter ganz persönlich einen Bund mit dem himmlischen Vater. Welch eine herausragende Bedeutung hat also unser Bund mit Maria!
Apostolat bedeutet nicht nur Märtyrertum. Es gibt nach Vater Kentenich eine Form des Apostolates, die jedem Menschen möglich ist, das ist die Gestaltung des eigenen Lebens, die Art und Weise also, wie man lebt. Zuwendung, Hinhören, Hilfeleistung, Echtheit in der Lebensführung heben den Einzelnen heraus aus der Menge der Durchschnittsmenschen. Andere können dadurch zu der Frage provoziert werden: „Warum lebst Du so?“ Damit leben wir dann unsere Sendung, tragen sie in die Welt hinein, sind apostolisch tätig. Es werden andere zum Nachdenken und vielleicht auch zur Umkehr und zum Mitmachen angeregt.
Wieso kann uns dazu der Marienberg Kraft und Hilfe geben? Was hat er mit dem Liebesbündnis gemeinsam? Der Marienberg ist auch der Tabor-Berg, denn unser dortiges Heiligtum ist das Tabor-Heiligtum. Damit sind wir verbunden mit der Gründung des Schönstattwerkes durch Vater Kentenich. In der Gründungsurkunde verweist er nämlich auf die Verklärung Jesu. Das Taborereignis, bei dem sich die Herrlichkeit Jesu offenbart hat, verbindet er mit dem Urheiligtum, dem damaligen Kongregationskapellchen. Petrus hatte zu Jesus gesagt: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine und dem Mose eine und Elija eine (Lk 9,28). Vater Kentenich greift dieses Ereignis auf und stellt die Frage: „...Wäre es nun nicht möglich, dass unser Kongregationskapellchen zugleich unser Tabor würde, auf dem sich die Herrlichkeit Mariens offenbarte? ... Alle, die hierher kommen, um zu beten, sollen die Herrlichkeit Mariens erfahren und bekennen: Hier ist wohl sein, hier wollen wir Hütten bauen, hier soll unser Lieblingsplätzchen sein.“ Damit sind wir also durch unser Tabor-Heiligtum auf dem Marienberg ganz einbezogen in den Gründungsvorgang von 1914.
Marienbergsendung ist somit Sendung aus dem Urheiligtum und damit aus dem Liebesbündnis, Sendung hinein in die Welt, denn Jesus ist mit seinen drei Aposteln nicht auf dem Berg geblieben, sondern wieder hinabgestiegen, hat sich den Anforderungen des Lebens gestellt, um die Liebe und Barmherzigkeit des himmlischen Vaters zu verkünden. Und unsere Sendung verwirklichen wir, indem wir uns immer mehr in das Liebesbündnis vertiefen und versuchen, es in unserem Alltagsleben zu verwirklichen und so die Mitmenschen aufmerksam zu machen.
Ein besonderer Aspekt ist dabei gerade für unsere kleine Männergruppe das Vertrauen. Ein starkes Vertrauen brauchen wir, denn zum einen versagen wir selbst trotz unseres Bemühens immer wieder, zum andern verzagen wir zu oft, wenn nicht alles sofort nach unseren eigenen Vorstellungen verläuft. Es fehlt das vollständige Vertrauen darauf, dass die Gottesmutter tatsächlich wirkt, dass SIE ein Wachsen auch unserer Männergemeinschaft will. Sie erwartet zunächst unseren Beitrag und wird dann das Ihrige tun – nichts ohne Dich, nicht ohne uns.
Die ausführliche Darstellung von Marienbruder Amrein über das langsame Werden des Marienberges und das Eingreifen der Gottesmutter in schier aussichtslosen Situationen (SchönstattMann 1/2014) zeigt, dass der Marienberg und seine Sendung in Gottes Willen liegt, zeigt damit zugleich, dass trotz der damaligen und auch gegenwärtigen Schwierigkeiten die Männer ihre Heimat in Schönstatt und insbesondere auf dem Marienberg haben. Damit ist auch gesagt, dass den Männern eine eigene Aufgabe zugedacht ist. Gerade wir Männer können durch unser Verhalten im beruflichen und privaten Leben andere Männer ansprechen. Können in der heutigen „vaterlosen Gesellschaft“ in und für unseren Bereich Vaterschaft zeigen.
Im ersten Weltkrieg sind viele Soldaten durch das Verhalten von den jungen Mitgliedern der Schönstattbewegung auf Schönstatt aufmerksam geworden. Durch sie ist dann das Gedankengut von Vater Kentenich auch zu Männern getragen worden, die nicht Priester werden sollten. Auf diese Weise hat sich das Schönstattwerk weiterentwickelt. Haben wir also Vertrauen zur Gottesmutter, leisten wir unseren Beitrag durch unsere Gebete und unsere Opfer, damit sie ihren Beitrag leistet: Nichts ohne Dich, nichts ohne uns.

Manfred Robertz

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