Anregungen zur neuen Jahreslosung 2016-2017 - Schoenstatt Maennerliga

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Zur neuen Jahreslosung Teil 1:

Diese neue Jahreslosung, die wir auf unserer Jahrestagung im Oktober 2016 erarbeitet haben, führt die Beziehung zum Marienberg fort. Ja, sie fordert den Marienberg heraus, indem sie unsere Erwartungen und auch unsere Bindungsbereitschaft annimmt und als Ausgangserfahrung voraussetzt. Wir starten also vom Marienberg aus in die Welt, stürzen uns in unsere Aufgaben und wollen die Männer und uns als Männer verstehen lernen. Wieso wollen wir diese Aufgabe vom Marienberg aus tun? Es ist unsere Kraft und der Wagemut unseres Glaubens, dass wir unsere Beiträge geistiger Weise auf den Altar unserer Taborkönigin legen und sie sich veranlasst sieht, diese unsere Beiträge zu vervollkommnen, damit sie dort, wo sie erbracht werden, in vermehrtem Maße wirksam werden. Das ist einmal unser Sein als Mann und das andere Mal unser Aufgaben- und Einsatzfeld. Dies ist ja auch das Entstehungs- und Wirkgeheimnis unseres Urheiligtums, dass in dem Maße, wie wir unsere Beiträge bringen, unsere Mta das ihrige beiträgt. Dazu kommt, dass wir durch unseren Männerberg, den Marienberg, auch eine spezifisch mannhafte Prägung haben, die uns unser Mühen und unser Glauben erleichtert. So ist unsere Quelle der Marienberg, wo wir gegraben und uns investiert
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haben. Vom Marienberg aus sind wir gesandt. Wofür? Für unser Leben in der Welt, aber nicht von der Welt, sondern vom Marienberg aus. So sind wir auch bereitet und bereit für unsere Aufgabe, allerdings nicht ohne Mühe, die darin besteht, dass wir uns das Bereit aneignen müssen, es erforschen müssen. Denn mit Bereit ist gemeint, dass wir verstehen, was uns die heutigen Männer sagen und wir auch wissen, was sie brauchen. Also nicht unsere Meinung und Erwartung ihnen zumuten, sondern umgekehrt. Und dann folgern, was wir ihnen bieten können. So sind wir dann bereit für ihn, den Mann der heutigen Zeit. Aber IHN schreiben wir in der Jahreslosung in Großbuchstaben und das bedeutet für IHN, den heutigen Mann, und auch für IHN, Gott. Wir müssen uns auch für Gott bereiten, damit wir den heutigen Mann so sehen lernen wie Gott ihn gedacht hat. Nicht weil wir uns anmaßen, den Schöpfungsgedanken verstehen zu können, sondern, dass wir im Augenblick der Begegnung den Mann mit den Augen Gottes anschauen sollen. In diesem Sinne erfüllen wir auch die Bündniskultur, die immer noch das neue Jahresmotto der Deutschen Schönstatt-Bewegung „umrahmt“, das da lautet „Er kam hinzu und ging mit ihnen.“ (Lk 24, 15).

Ernest M. Kanzler
Teil 2 zur Jahreslosung:

Gehen wir nun auf den Marienberg mehr ein und fragen uns, was er ist bzw. was ihn auszeichnet. Zunächst gehört der Marienberg zum Gnadenort Schönstatt und ist Teil dieses Gnadenortes. Dazu gehört auch das Tabor-Heiligtum auf dem Marienberg. Durch das Tabor-Heiligtum und die Gedenkstätten der Gliederungen und Gemeinschaften ist der Marien
berg auch ein heiliger Ort. Was kennzeichnen heilige Orte? In erster Linie die Überzeugung, dass heilige Orte Begegnungsstätten sind mit heiligen Personen und besonders mit Gott selbst oder mit von ihm gesandten Boten. Denken wir an Moses und den brennenden Dornbusch, der nicht verbrannte und so die Aufmerksamkeit des Moses auf sich zog. 2. Mose 3,4-5: 4 Als der Herr sah, dass Mose herankam, um es genauer zu betrachten, rief er ihn  aus dem Busch heraus: »Mose! Mose!« »Hier bin ich!«,  
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antwortete Mose. 5 »Komm nicht näher!«, befahl Gott ihm. »Zieh deine Sandalen aus, denn du stehst auf heiligem Boden.- Die Anwesenheit Gottes heiligte den Ort und den Boden.
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Aber im Zusammenhang mit heiligen Orten bleibt es nicht bei der Begegnung wie im Falle des Moses, sondern der Grund der Begegnung ist dessen Sendung. Moses bekommt einen Auftrag von Gott! Und dies ist für uns das Maßgebende im Zusammenhang mit dem Marienberg und wird auch in der Formulierung „Vom Marienberg aus“ ausgedrückt. Wir dürfen bei unseren Aufenthalten auf dem Marienberg erwarten und damit rechnen, dass wir beauftragt werden! Oder bezogen auf unsere jeweilige persönliche Situation, dass wir nach und nach erkennen, wie Gott uns geführt bzw. vorbereitet hat und dann senden will.- Nun haben wir die Voraussetzung für den zweiten Teil unserer Jahreslosung „Bereit für IHN“. Wenn wir die innere Ruhe und Gewissheit durch die Begegnung mit dem heiligen Ort erlangt haben, können wir gläubig tastend versuchen, mit den Augen Gottes zu schauen. Damit ist Erkennen und Verstehen gemeint und letztlich auch Nachvollziehen. Wenn wir diesen inneren Vorgang, das innere Schauen erlebt haben und auf unser Leben beziehen, verstehen wir auch unser Leben und werden befreit von vielen Lebensfragen und inneren Unruhen. Wir sehen unser Leben mit Gottesaugen! Wir sind bereit für IHN. Moses verstand wohl auch nach dem Ereignis beim brennenden Dornbusch und der Stimme Gottes, warum er aus dem Schilf des Nils gezogen wurde und am Hof des Pharao aufgewachsen ist, dort erzogen und ausgebildet wurde. So war er seinem Auftrag gewachsen und konnte dem Pharao gegenübertreten. Er war dem Hof des Pharao kein Unbekannter, sonst wäre er wohl auch gar nicht vorgelassen worden. Auf uns übertragen dürfen wir auch unsere Lebensschule als Vorbereitung sehen für den Auftrag vom Marienberg aus. Wofür haben wir uns qualifiziert und wo liegen unsere Sendungsfähigkeiten? Allgemein gesehen bringen wir unsere Berufs- und Lebenserfahrung mit. Aber auch hier steckt der „Teufel“ im Detail, denn so einfach ist das Schauen mit Gottes Augen nicht. Unsere Augen sind zunächst nicht Gottes Augen, wir sind noch blind und wir müssen erst unsere Augen von den „Schuppen“ befreien bzw. befreien lassen. Jetzt dürfen wir mit unserer Taborkönigin rechnen, sie hält für uns Gnaden bereit und will unsere Augen öffnen, wenn wir uns ihr anvertrauen und weihen. So sehen wir uns und auch mit Blick auf Moses vom Motto unserer Deutschen Schönstatt-Bewegung bestätigt: „Er kam hinzu und ging mit ihnen.“ (Lk 24, 15).

Ernest M. Kanzler

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